Thailand mit und ohne Tourismus

Erste echte Auszeit

In Thailand gönnen wir uns unsere erste richtige Reisepause, die wir nach den letzten Monaten dringend nötig haben. Wir erholen uns in einem kleinen familiären, noch relativ unüberlaufenen Hotel, dass wir von unserer ersten Thailandreise 2015, als wir noch Reisefrischlinge waren, kennen. Zum ersten Mal auf unserer Reise kehrt wirklich Routine ein und jeder Tag läuft gleich ab: eat-sleep-read-repeat und natürlich endlich schwimmen im Meer! Nachdem die Akkus wieder voll sind können wir es kaum erwarten! Genug gechillt! Wir wollen weiter!

Zwischendurch ist auch mal etwas Kritik von Nöten

Zum ersten Mal finden wir uns in Situationen wieder in denen wir vom vielen Tourismus rund um die bekannten Inseln und Großstädte Thailands genervt sind. In unseren vergangenen Ländern, waren wir praktisch immer die einzigen Touris. Die Thais scheinen vielerorts oft übersättigt vom vielen Tourismus, worunter die Authentizität schwer leidet. Außerdem scheint die Kochkunst vieler Regionen in den letzten Jahren schwer gelitten zu haben. Hilfe! bis dato war in doch ein echter Fan vom thailändischen Essen. Wir können zuschauen wie in jedem Pad Thai und in jeder einst so köstlichen Nudelsuppe mindestens zwei Esslöffel Zucker landen, auf den Tischen findet man zum Nachwürzen kein Salz und Pfeffer mehr, sondern das Zuckerglas. Alles schmeckt süß und so ersetzen wir das bisherige “no spicy please“ durch “no sugar please!“. Manchmal klappt es, oft müssen wir uns aber einfach mit dieser Neuinterpretation der Thailändischen Küche abfinden. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es Thailand auch noch “in authentisch“, quasi ohne Touris und Zucker, geben muss! Und so machen wir uns auf ins Unbekannte…

Die Nudelsuppe ohne Zucker ein echter Genuss

Die einzigen Langnasen am See

Auch der Nordwesten des Landes ist touristisch gut erschlossen. Immer mal wieder kommen uns ein paar Touris, mit den bekannten Schürfwunden, die wohl dem Reifenprofil der Scooter kombiniert mit leichter Selbstüberschätzung geschuldet sind, entgegen.
Wir sind selbst mehrere Tage mit dem Roller unterwegs und legen endlose Strecken auf einfachen Straßen gesäumt von Reisfeldern und Bananenplantagen zurück. Unser Zelt schlagen wir an einem wunderschönen See auf, den wir nach einer irren Passstrecke in der Abenddämmerung erreichen. Wir schaffen es gerade so, unser Zelt aufzubauen, bevor es mal wieder anfängt zu regnen. Egal, die Aussicht und die Stimmung entschuldigen die Nässe um und im Zelt. Auf dem Platz rund um den See sehen wir zwar auch wieder viele inländische Touristen, aber die einzigen Langnasen sind wir. Wir sind nur rund 20km von der Grenze zu Myanmar entfernt, können hier jedoch leider keinen Besuch abstatten, da die Landesgrenze dicht ist.

Trotz Regen toller Spot am See

Isan Love

In der Region Isan, dem Nordosten des Landes, finden wir endlich was wir suchen! Hier scheint Thailand über weite Strecken noch wirklich unberührt. Am Ufer des Mekong verbringen wir die schönsten Tage unserer Thailandreise. Der Fluss gehört mit seiner Länge von circa 4350km zu den zwölf längsten Flüssen der Erde und zieht mich durch seine Unberührtheit sofort in seinen Bann. Wenn wir abends am Ufer stehen und den wunderschönen Sonnenuntergang mit zwei Chang, alternativ Leo, genießen, sehen wir gegenüberliegend Laos. Wir lernen also ein weiteres Grenzgebiet kennen. Hier scheint es, als würde sich die thailändische Kultur im Übergang zur laotischen befinden. Entspannt, entschleunigt, ruhig.

Mekong

Resumee: In Thailand wird man enttäuscht, wenn man auf der Suche nach echter Kultur die weit bekannten Ziele ansteuert, jedoch umso mehr belohnt, wenn man sich die Mühe macht, abseits der Pfade auf die Suche zu gehen.

Abseits bekannter Pfade

Das könnte Dich auch interessieren …

3 Antworten

  1. Lothar sagt:

    Hallo ihr Beiden, euer Podcast, die Bilder und die Berichte sind einfach megagenial. Weiter so. Viele Grüße auch vom LT

    • Leni sagt:

      Hallo Lothar! Vielen Dank! In Goa war es dann auch endlich soweit: fast jeden Morgen ein Strandläufle! Ansonsten ist es bisher schwierig mit den Läufen, aber das macht ja nichts, umso mehr habe ich mit euch nachzuholen. Ich schicke dir und dem LT viele liebe Grüße aus dem tollen Kerala!
      Leni

  2. Andrea sagt:

    Hallo meine LIEBEN!
    Wieder ein super Podcast, wie immer ! Wunderschöne Bilder und lebendige, spannende Berichte.
    Eure Stimmen zu hören tut sooooo gut!
    Grüße auch an den Top- Interviewer Dirk!!!!!