Russland, Kickstart Weltreise

Russland 2018 – Alter Soviet-Charme neben modernen und selbstbewussten Städten

Am 27.06. ist es soweit: 8h Zugfahrt nach Berlin und 34h Busfahrt einmal quer durch das Baltikum sind geschafft und wir betreten russischen Boden. Unser Visum wurde also akzeptiert, auch wenn die Grenzbeamten um 02.00 nachts nicht sonderlich motiviert waren und die Abfertigung unseres Busses ganze 1 1/2 Stunden in Anspruch genommen hat.

Sind wir jetzt da??

In Sankt Petersburg scheint die Sonne und wir versuchen uns erstmal in der riesigen Stadt zu orientieren. Die Busfahrt hat uns langsam in Reisestimmung versetzt und war ein echtes Abenteuer. Interessant war unterwegs zu sehen, wie sich die Landschaft verändert und vom Baltikum hatten wir auch keine so richtige Vorstellung. Vor allem aber haben wir bemerkt, wie die Tage immer länger wurden! Je weiter wir Richtung Norden unterwegs waren, desto länger ist die Sonne abends am Horizont verharrt. Später haben wir in Sankt Petersburg dann auch die berühmten Weissen Nächte erlebt, in denen es ähnlich dem polaren Sommer nicht ganz dunkel wird – auf jeden Fall eine wahnsinnige Erfahrung! Obwohl wir nur 4 Tage in der Stadt waren, hat sich unser Rhythmus durch das lange Tageslicht schnell verändert und wir haben uns dem lokalen Rhythmus angepasst. Das heißt: Wir sind jeden Tag bis in die Puppen unterwegs gewesen!

Blick von der Anitschkow-Brücke auf einen der vielen Kanäle der Stadt

Die Admiralität bei Sonnenuntergang macht schon was her!

Wie schmeckt Russland?

Überrascht waren wir von der Russischen Küche – neben den bekannten Klassikern Borscht (kalte oder warme Suppe mir roter Beete und Kräutern) oder Pelmeni (die russischen Ravioli) gibt es viele sehr abwechslungsreiche und leckere Gerichte. Uns haben die verschieden gefüllten Teigtaschen und mit Käse überbackenen Fleischklöse zugesagt, die wir uns in einer Art Kantine gegönnt haben. Dort bekommt man viel Essen für sehr wenig Geld geschöpft und die Qualität ist überragend. Wir haben dort auch nur Einheimische essen sehen, was immer ein gutes Zeichen ist. Generell muss man sagen, ist das Essen in Russland sehr fettig und fleischlastig – definitiv nichts für den figurbewussten Typ! Apropos figurbewusst: Die Russen stehen definitiv auf süß. Und mit süß meinen wir pappsüß. Torten in allen möglichen Farben, gefüllte Blätterteigtaschen, Kekse, hier kommen Schleckermäuler richtig auf ihre Kosten. Für uns war deshalb auch ein Dessert obligatorisch mit dabei!

Irina, unsere russische Mama mit Allrounder-Fähigkeiten

Dass wir uns in Sankt Petersburg so super wohl gefühlt haben liegt auch an Irina, die das Hostel in dem wir untergekommen sind im Alleingang geschmissen hat. Wir hatten eher das Gefühl, Gäste in ihrem Haushalt zu sein, als in einem Hostel zu wohnen. Von Früh bis Spät wurde geputzt, gebügelt und gemacht. Es gibt zwar auch einen Mann an Irinas Seite, der spielt im Hostel aber eher eine Statistenrolle ;-).  Vergesslich wie ich (Philipp) bin, habe ich in der Hektik beim Auschecken meinen heißgeliebten Fleecepulli vergessen (dieser Verlust hängt mir auch jetzt, Wochen später noch nach…). Tausend Dank auch hier noch mal an dich Irina, dass du den Pulli zurück nach Deutschland geschickt hast!

Eremitage und Palastplatz um ca. 24.00 Uhr (man beachte den hellen Horizont)

Pelmeni und Philipp – eine Liebesgeschichte

Religion in Russland

Die Klosteranlage Sergijew Possad – UNESCO Weltkulturerbe

Russland ist ein zutiefst religiöses Land. Die Christlich Orthodoxe Kirche prägt das Land und die Menschen sehr stark, wie wir schnell festgestellt haben. Die zahlreichen wunderschön verzierten Kirchen mit Gold Kuppeln und Zwiebeltürmen sind nicht nur Folklore, sondern werden aktiv genutzt. Bei unserem Ausflug in das Kloster Sergijew Possad konnten wir noch einmal eine andere Seite Russlands, abseits der großen Städte, wo es sehr schnell sehr ländlich wird, kennenlernen. Die Menschen die das Kloster besucht haben waren traditionell gekleidet (lange Röcke + Kopftuch bei Frauen, dunkle, gesetzte Kleidung bei Männern). Die orthodoxen Priester tragen lange, schwarze und wallende Gewänder und sind für uns Mitteleuropäer wirklich ein spannender Anblick! Die Kirchen sind außen sehr kunstvoll und mit viel Gold verziert, im Inneren findet man bemalte Wände mit uralten und teilweise verwitterten Fresken. Die wenigen Bilder in den Kirchen sind meist in einen Glaskasten eingelassen und werden von den Gläubigen Besuchern geküsst, auch das für uns sehr ungewohnt, hier jedoch ein Zeichen der Gläubigkeit und des Respekts gegenüber Heiligen.

 Von A nach B –  Abenteuer russische Eisenbahn

Züge in Russland sind eine Sache für sich. Die Distanzen, die man zurücklegt, sind für uns Europäer nur schwer vorstellbar. Für den Russen ist alles unter 1000 km nur Kurzstrecke. Man kann Tage im Zug verbringen, ohne dass sich die Landschaft wirklich ändert. Das Land ist einfach unvorstellbar groß (45x Deutschland!!) und so werden auf  der Landkarte scheinbar kurze Strecken zu endlosen Fahrten. Unsere längste Fahrt dauerte knapp 36 Stunden von Moskau runter in den Kaukasus nach Wladikawkas. Zugfahren in Russland bedeutet dann auch etwas ganz anderes als in Deutschland,  aufgrund der langen Strecken wird der Zug zu einem zweiten zu Hause und entsprechend richten sich auch die Leute ein.

Lena, Larissa und Rita, unsere Bekannschaft aus dem Zugabteil

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4 Antworten

  1. Angelika sagt:

    Super Bericht ☺

  2. Es ist bewundernswert, wie ihr eure Reise begonnen habt und die Heimat daran teilhaben lässt. Tamara hat mir den Link gegeben und ich drücke euch die Daumen, dass ihr die vielen phantastischen Erfahrungen und eine noch verbesserte Kondition im nächsten Sommer gesund in die Heimat mitbringen könnt.

    • Leni sagt:

      Hallo lieber Günter!
      Vielen Dank für deine nette Nachricht. Wir geben uns alle Mühe dass unsere Fitness weiterhin erhalten bleibt. Bisher sieht es ganz gut aus. Den Aufstieg zum Rakaposhi Basecamp haben wir in unter 2h gemacht. Der Karakorum ist unglaublich! Das Laufen fehlt mir natürlich unsäglich. Liebe Grüße aus Pakistan, Leni

  3. Mama Andrea sagt:

    Toll erzählt, superschöne Bilder!