Per Anhalter durch Malaysia

Abenteuer Trampen

Es ist heiß, wie immer eigentlich in den letzten 6 Monaten. Die beiden Rucksäcke die wir jeweils schleppen, ziehen an den Schultern und der Schweiß läuft. Trotzdem, es sind noch ein paar Kilometer, bis wir an der Straße sind, von wo aus wir ein Auto Richtung Malaysia erwischen wollen. Ausnahmsweise sind wir nicht zu Zweit, sondern haben uns für unser erstes Tagesziel mit Jojo, den wir bereits in Iran und Pakistan getroffen haben, verabredet.

Jetzt stehen wir also zu Dritt an dieser Ausfallstraße, irgendwo am Rande einer Großstadt in Südthailand und haben keine Ahnung, wie es laufen wird. Das Trampen, aber auch die Reise durch Malaysia. Ursprünglich hatten wir das Land gar nicht auf unserer Route und auch als wir an der Straße stehen und die Daumen rausstrecken, ahnen wir noch nicht, dass Malaysia ein echtes Highlight für uns werden wird. Es wird am Ende sogar das erste Land sein, das wir ausschließlich per  Anhalter bereisen. Aber eins nach dem anderen…

Wenn’s mal wieder länger dauert…such’ dir besser einen Schattenplatz!

Zu Fuß über die Grenze

Nach einigem Warten haben wir es geschafft und es findet sich jemand, der 3 Personen + 5 Rucksäcke mitnimmt. Wir überqueren die Grenze zu Fuß und sind ganz aus dem Häuschen. Das achte Land unserer Reise! Wieder ein neues Abenteuer! Wahnsinn! Wir haben an dem Tag aber noch mehr vor, also geht’s weiter mit dem Trampen. Irgendwie schaffen wir es, in einem Auto auf die Fähre rüber nach Penang zu kommen. Gerade noch rechtzeitig, denn gerade als wir uns mit Sack und Pack beim ersten Essensstand hinsetzen, fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. Wir sind bestimmt seit 10 Stunden unterwegs, als wir durchnässt und völlig verschwitzt endlich im Hostel ankommen. Geschafft!

Abendstimmung am Penang Pier

Multikulti Deluxe

Schnell merken wir, wie Malaysia funktioniert. Es ist eine spannende Mischung aus Malaien, Chinesen und Indern. Dabei vermischen sich die Gruppen nur wenig, sodass die jeweiligen Kulturen prägnant bleiben. Mit am besten lernt man eine Kultur über ihr Essen kennen. Das Essen beim Inder ist authentisch, ebenso das chinesische. So fühlen wir uns wahlweise wie in Indien, China oder eben Malaysia. Toll! Wir sind aber auch fasziniert davon, wie gut das Zusammenleben hier funktioniert. Alles geht nebeneinander her und gehört doch irgendwie zusammen. Manchmal fragen wir in Gesprächen nach: „Where are you from?“ Und egal ob es offensichtlich der Abstammung nach ein Inder oder Chinese ist, den wir fragen, die Antwort ist immer dieselbe: „I’m Malaysian.“

Eastcoast vs. Westcoast

Ostküste von Malaysia, Westküste von Malaysia – wo soll da der Unterschied sein? Es gibt einen und zwar einen recht großen sogar. Die Westküste mit den bekannten Reisezielen wie Melaka oder Kuala Lumpur ist sehr multiethnisch, vor allem chinesisch geprägt. Es ist auch der liberalste und am weitesten entwickelte Landesteil. Wir denken uns: Malaysia muss noch mehr als das sein. Schnell ist entschieden, dass wir unbedingt auch noch die unberührten Landesteile kennenlernen möchten. Also, auf zur Ostküste und von dort dann bis zum südlichsten Punkt Malaysias! Und tatsächlich, der Unterschied ist greifbar. Hier dominiert die malayische Kultur, der Islam ist stärker präsent. Wir sehen kaum andere Touristen und beginnen langsam ein Gefühl dafür zu bekommen, wie interessant dieses Land eigentlich ist. Wir kommen an wunderschöne Strände, die wir so hier nicht erwartet hätten, lernen viel über die malaysische Kultur und fühlen uns allgemein ganz einfach sehr wohl.

Tolle Strände in Malaysia

Menschen, die Malaysia außergewöhnlich machen

Am allermeisten bleiben uns die freundlichen Menschen in Erinnerung, immer bereit zu helfen oder uns eine Mitfahrgelegenheit anzubieten, auch wenn vielen das Prinzip des Trampens gänzlich unbekannt war. Wir bekommen so viel Lächeln und so viel Positives geschenkt, dass wir mehr als froh darüber sind, Malaysia nicht nur als Zwischenstopp betrachtet zu haben. Am Ende bereisen wir die Halbinsel einmal komplett per Anhalter, die Küsten entlang, inkl. eines Stopps in Singapur und verbringen fast einen ganzen Monat in Malaysia.

Einer der vielen Menschen, die Malaysia für uns unvergessliche gemacht haben

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