Japan, das östlichste Land unserer Reise

Big in Japan!

Voller Spannung und Vorfreude ging es für uns von Sumatra nach Japan. Ein ganz schöner Cut und ein krasser kultureller Sprung! Nach einer langen Anreise und einem ersten Kälteschock stolpern wir kurz vor Mitternacht irgendwo in einer Seitenstraße mitten in Tokyo aus der Metrostation. Wir sind erstmal baff, als wir die Häuserwände nach oben schauen. Werbung und Reklame blinkt und leuchtet überall, dazu als Kontrast eine schwach beleuchtete Seitenstraße in der ein altes schickes Taxi steht und vergeblich auf seinen letzten Fahrgast wartet. Wir können es noch nicht so richtig glauben, wir sind tatsächlich in Japan! Big in Japan!

erster Eindruck auf den Straßen Tokyos

Bis auf ein paar wenige Japaner die zu dieser Uhrzeit immer noch geschäftig wirkend aus der Metrostation laufen wirkt die Straße wie leer gefegt, es ist erstaunlich still. Wir hoffen dass uns das Hostel später noch die Türe öffnet, denn jetzt müssen wir erstmal essen! Wir setzten uns in das erstbeste kleine Restaurant das wir finden, um kurz darauf unser erstes japanisches Gericht zu genießen. Zur Begrüßung schreien uns die zwei Köche fast an und rattern eine Menge japanisch klingender Dinge runter. Sie wirken dabei freundlich, das ist alles was wir verstehen. Etwas belustigt von der lauten Begrüßung setzen wir uns also. Die Stühle und Tische fast in Miniaturformat. Der Koch reicht uns zwei warme kleine Handtücher, mit denen wir erst nichts anzufangen wissen und kurz darauf landen zwei köstliche Ramen Suppen dampfend auf unserem Tisch. Ganz einfach aber sehr edel und stilvoll angerichtet. Dazu gibt es heißen Sake, der Philipp später in einen tiefen Schlaf verhilft. Nach (erneut) lauter und ausgeprägter Verabschiedung machen wir uns lächelnd, glücklich und zufrieden auf die Suche unseres Hostels. Wir müssen nicht lange auf die Karte schauen, bis uns eine junge Japanerin anspricht und uns begleitet um uns den Weg zu zeigen, welchen sie später übrigens wieder komplett zurück läuft. Alle sind sehr freundlich und zuvorkommend!

Ramen eines meiner Lieblingsgerichte

Tokyo die größte Stadt der Welt

Dafür dass Tokyo die größte Stadt der Welt ist, sind wir überrascht wie geordnet alles wirkt. Abgesehen von den Hauptverkehrsstraßen, einer berühmten Kreuzung wo mehrere tausend Fußgänger gleichzeitig grün haben, oder dem Electro-Market, wirkt vieles erstaunlich ruhig. Wir entdecken ruhige Gassen in denen sich lediglich ein paar E-Autos fast lautlos entlangschlängeln. Selbst in der Metro drückt oder drängeld niemand!? Keiner schert aus, alles steht bei rot und geht bei grün. Wir sehen kaum jemanden der mal etwas Abweichung von der geltenden Etikette zeigt. Bald schon merken wir, dass uns vieles etwas zu geordnet ist und uns die unendlich breite unausgesprochene Etikette stört. Tattoos sind verpönt, öffentliches Naseputzen und dezente Liebesbekundungen ein No-Go. Die Stäbchen nicht in den Reis stecken, sich selbst nicht nachschenken, nachts nicht pfeiffen, usw.

Manga Girls und Tanzeinlagen

Im Gegenzug zur Etikette entdecken wir die Künstler- und Modeszene Tokyos. Verrückte Manga Girls, junge Leute die hippe Cafés hochziehen, stylische Secondhandläden in denen tattoovierte Verkäufer arbeiten. Wir sehen einen Beatboxer auf einer Fußgängerbrücke der mit einem riesen Verstärker abgefahrene Sounds produziert. Ein älterer Mann tanzt wie unter Strom durch die Passanten. Eine Gruppe von Hip-Hoppern probt im Park eine Choreographie, bis ein uniformierter Wächter auf dem Fahrrad ankommt und ihnen den Saft abdreht. Die Jungs machen weiter! Hier begegnen uns vor allem junge Leute, die wie es scheint einen Versuch wagen, sich der größtenteils sehr angepassten und geordneten Gesellschaft zu widersetzen. Das gefällt uns!

Manga Girl

Per Anhalter ohne Standstreifen

Wir verbringen knapp drei Wochen in Japan und bereisen weitere Städte. Alles fast ausschließlich per Anhalter und das auf Straßen wo quasi kein Standstreifen existiert. Wir machen Bekanntschaft mit netten Truck-Fahrern, verständigen uns beim Trampen mit Händen und Füßen, schauen uns Kyotos Altstadt an, laufen nachts zum Mahnmal in Hiroshima, und reisen schließlich bis zur Westspitze Japans von wo aus wir mit der Fähre nach Südkorea übersetzen.

Trampen hier besser mit Schild…

…und Freude trotz Kälte

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2 Antworten

  1. Lothar sagt:

    Hallo Leni, es ist immer wieder unglaublich spannend, euch auf der Reise zu folgen. Die Berichte sind einfach faszinierend. Andererseits freuen wir uns darauf, dass du bald wieder mit uns laufen wirst (hoffentlich) :-))
    LG auch an Philip

    • Leni sagt:

      Hallo Lothar, freut mich wenn wir dich ein Stückchen auf unserer Reise mitnehmen können. Auch wenn es jetzt gar nicht mehr lange dauert und ich mir noch gar nicht vorstellen kann bald wieder zu Hause zu sein, gehört das Laufen mit euch definitiv zu den Dingen auf die ich mich am meisten freue.
      Den Sindelfinger Wald gibt’s halt nur daheim! Bis bald und liebe Grüße an alle!