Georgien: Tushetidogs, malerische Natur und hohe Gipfel

Gamarjoba! in Georgia

Vor unserem Reisebeginn hatte ich mich unter Anderem besonders auf Georgien als eines unserer ersten Ziele gefreut. Schon bei der Recherche versprach Georgien, bisher als untouristisches Reiseziel bekannt, tolle Natur mit grandiosen Berglandschaften, Meer, Küste, eine aufregende Hauptstadt und vor allem guten Georgischen Wein. Das haben wir zuerst gemerkt: In Georgien wird Gastfreundschaft Groß geschrieben und der Wein ist wirklich so gut wie er verspricht! Nachdem wir einen spannenden Grenzübergang von Russland nach Georgien hinter uns hatten, haben wir zuerst ein paar Tage in der Hauptstadt Georgiens, dem modernen Tbilisi (Tiflis) verbracht.

Old and happy in Tbilisi

Orangengroße Pfirsiche

Von Tbilisi aus ging es weiter Richtung Nordost. Nicht zu übersehen: Kaum ist man raus aus der Stadt und wird es etwas ländlicher reiht sich ein naturbelassener Garten, schöner als der Nächste, an den anderen. Gemüsebeete, mit einfachsten Mitteln angelegt, und Obstbäume an denen Pfirsiche hängen die fast so groß sind wie Orangen.
Da wir nach einigen Städten und unzähligen Kilometern die wir mit den lokalen Marshrutka gemacht hatten, dringend eine große Portion Natur nötig hatten, sollte unser nächstes Ziel die Bergwelt des Kaukasus werden. Die Auffahrt ist nur mit einem eigenen Fahrer der ein Allradauto und jede Menge Fahrerfahrung besitzt möglich, da die Straße als eine der gefährlichsten Straßen der Welt gilt. Wir wussten das vorab und waren früh am morgen trotz unmenschlicher Zeit topfit vor Aufregung und etwas Unbehagen. Knappe fünf Stunden dauerte die Auffahrt die Shoti, unser Fahrer, ohne Touristen an Bord in drei schafft! Fragten wir Shoti nach Gefahren gab er uns auf Alles verbunden mit seinem unbeschwerten Lächeln ein “maybe no problem“ als Antwort. Die Beschleunigung des Puls, dank der kaum vorhandenen Straße, die teilweise durch Gebirgsflüsse bis zur Hälfte abgewaschen war und der Anblick einiger Kreuze, welche an die Verunglückten erinnerten, relativierte sich spätestens als wir den höchsten Pass (3000m) erreichten und sich uns hier ein Ausblick bot, der mit Worten nicht zu beschreiben ist. Endlich oben angekommen!

Info: Marshrutka= umgebauter Transporter in dem sich 19 Personen auf einem DIN-A4 Papier großen Sitzplatz wiederfinden

Am Abgrund entlang mit Allrad und starken Nerven

Aufstieg mit Teebeutel-Flash

Teebeutel-Flash

Das kleine Dorf in dem wir uns einquartieren liegt auf 2100m, etwas abseits der “Hauptstadt“ der Region. Hier gab es außer unserem Gästehaus, ein paar Einheimischen, Kühen und riesigen Hunden, nichts – also genau das Richtige für uns! An unserem zweiten Tag haben wir hier unseren ersten Gipfel bestiegen, während des Aufstiegs ist uns immer wieder der Duft Unmengen frischer Kräuter in die Nase gestiegen. So etwas habe ich in freier Natur noch nie gerochen! Vgl.: Das war ungefähr so, als hätten wir unsere Nasen in jeweils 10 Teebeutel gesteckt!

Ush wie schrecklich

Nach 3 Tagen wieder heil unten angekommen, ging es weiter über Kutaisi in die Region Swaneti (Swanetien). Wir wollten mehr Natur und einen höheren Gipfel. Der Mount Ushba (4737m) kostete uns unsere letzten Kräfte (georg. “Ush“=schrecklich, “Ba“=Berg), aber wir haben es nach über 1000hm bis zum Gletscherbeginn geschafft! Wow, was für ein Feeling, ein Ausblick wie wir ihn bisher nur von Bildern kannten! Hier sehen wir was wirklich BIO ist und wie groß ein ECHTES freilaufendes Huhn werden kann, wenn man es in seiner natürlichen Umgebung lässt (bevor es auf dem Grill landet).

Malerischer Ausblick zum Gletscher

On top of the world

Bedingungslose authentische 1300km

Wir waren knappe drei Wochen in diesem tollen Land unterwegs, haben starke 1300km über Land gemacht und sind einmal von Osten Richtung Westen gereist, bevor Achalziche unser letzter Stop vor der armenischen Grenze war. Auch wenn wir von den Unmengen georgischen Brot erstmal genug haben, wird uns Georgien definitiv durch seine bedingungslose, authentische Gastfreundschaft und malerische Natur in Erinnerung bleiben. Wir werden sicher wieder kommen!

2go Georgien

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9 Antworten

  1. Mama sagt:

    Tolle Geschichte und wunderschöne Bilder. Beim Lesen ist man richtig dabei und gerne würde ich das glückliche Huhn sehen ☺

    • Leni sagt:

      Und was meinst du wie gut erst die Hähnchenschenkel von so einem glücklichen Huhn sind, Mama! Da wärst du voll auf Wolke 7!

  2. Tammy sagt:

    Toll!!! Man möchte direkt dabei sein!

  3. Billy sagt:

    Liebe Leni, zum Glück gibt‘s auf der ganzen Welt nen guten Goggel 😉
    Lasst euch die Vögel weiter schmecken und genießt auch weiter 🍷 wird aber wohl zunehmend schwieriger bis unmöglich, oder?
    Und weiter viel Spaß 🌞

    • Leni sagt:

      Du weißt ja, den besten Goggl gibt es für mich sowieso nur bei Papa! Ansonsten momentan 0,0%Alkohol, zumindest offiziell, dafür aber spannende Kultur und viel Chai!

  4. Lothar sagt:

    Hi Leni,
    lass doch die Hühner laufen und weiter wachsen (ich persönlich esse nix was mal Federn hatte)
    Viel Spaß noch bei euren weiteren Unternehmungen)

  5. Andi sagt:

    He ihr zwei Rabauken. So schrecklich sieht der schreckliche Ushba doch gar nicht aus :-). Viel Spaß und viele tolle Erfahrungen bei den nächsten Stationen.
    Lasst euch verwöhnen – und verwöhnt euch gegenseitig ;-).

    Grüßle Bruder Andi

    • Philipp sagt:

      Danke, Bruder! Ushba hat uns fix und fertig gemacht, das war ein richtiger Brocken. Hatte zig Blasen anschließend 🙁